• avrel / april

    Do |18|20:15| TRIBUNA

    4 cantauturs

    4 linguas en il Cinema Sil Plaz

    An evening with songs in the 4 national languages of Switzerland. Avec Billie Bird pour le français, con Marco Santilli Rossi per la parte in italiano, mit Trummer für die deutschsprachigen Songs e cun Astrid Alexandre per la part romontscha. Dieses Konzert ist Teil der Reihe WEEKLY Jazz.

     

    Billie Bird: www.billiebird.net

    Marco Santilli Rossi: www.marcosantilli.com

    Christoph Trummer: trummeronline.ch

    Astrid Alexandre: www.astridalexandre.com

     

    Mit freundlicher Unterstützung von:

    Kulturförderung Graubünden / Lia Rumantscha / Oertli Stiftung

     

     

    25.- Passivmitglieder / Gönner WEEKLY Jazz / bis 18 J CHF 18.-
    Reservaziun:

    An evening with songs in the 4 national languages of Switzerland. Avec Billie Bird pour le français, con Marco Santilli Rossi per la parte in italiano, mit Trummer für die deutschsprachigen Songs e cun Astrid Alexandre per la part romontscha. Dieses Konzert ist Teil der Reihe WEEKLY Jazz.

     

    Billie Bird: www.billiebird.net

    Marco Santilli Rossi: www.marcosantilli.com

    Christoph Trummer: trummeronline.ch

    Astrid Alexandre: www.astridalexandre.com

     

    Mit freundlicher Unterstützung von:

    Kulturförderung Graubünden / Lia Rumantscha / Oertli Stiftung

     

     

    Fr |19|20:15| CINEMA

    IL MANGIATORE DI PIETRE

    Nicola Bellucci, Schweiz 2018, 109', I/d,

    Mit Ursina Lardi

    15.-
    Reservaziun:

    Sa |20|20:15| CINEMA_CORIN_INVIT

    Dene wos guet geit

    Cyril Schäublin, Schweiz 2017, 71', CH D,

    Digitale Entfremdung

    Corin Curschellas im Gespräch mit Kameramann: Silvan Hillmann

    Alice arbeitet in einem Callcenter in der Peripherie von Zürich. Sie verkauft Internet und Krankenkassenangebote an Unbekannte am anderen Ende der Leitung. Nach der Arbeit geht sie durch die Stadt, in welcher alles reibungslos zu funktionieren scheint. Inspiriert von ihrem Job ruft sie alleinstehende Grossmütter an und täuscht ihnen vor, sie sei ihre Enkelin in Geldnot. Während sie mit diesem Trick schnell ein Vermögen verdient, erkundet der Film Orte und Menschen in Zürich, welche alle auf seltsame Weise mit der Tat von Alice in Verbindung stehen.

    15.-
    Reservaziun:

    Alice arbeitet in einem Callcenter in der Peripherie von Zürich. Sie verkauft Internet und Krankenkassenangebote an Unbekannte am anderen Ende der Leitung. Nach der Arbeit geht sie durch die Stadt, in welcher alles reibungslos zu funktionieren scheint. Inspiriert von ihrem Job ruft sie alleinstehende Grossmütter an und täuscht ihnen vor, sie sei ihre Enkelin in Geldnot. Während sie mit diesem Trick schnell ein Vermögen verdient, erkundet der Film Orte und Menschen in Zürich, welche alle auf seltsame Weise mit der Tat von Alice in Verbindung stehen.

    Mi |24|20:15| CINEMA

    Eisenberger

    Hercli Bundi, 2018, 94', OV/d,

    Kunst muss schön sein, sagt der Frosch zur Fliege

    Kunst ist nur eine Etikette ohne jede Relevanz, sagt der österreichische Künstler Christian Eisenberger. Mit 40 Jahren hat er über 45'000 Werke geschaffen. Tausende davon liess er auf Strassen und Plätzen stehen. Mit seiner ausufernden Produktion entzieht sich Christian Eisenberger der Kontrolle durch Galerien, Kunstmessen und Museen. In einem Milieu, das mit allen Mitteln um Aufmerksamkeit und Anerkennung kämpft, stellt Christian Eisenberger die Frage immer wieder: Worin besteht die künstlerische Freiheit tatsächlich? Und braucht es dazu überhaupt noch Künstler?

    15.-
    Reservaziun:

    Kunst ist nur eine Etikette ohne jede Relevanz, sagt der österreichische Künstler Christian Eisenberger. Mit 40 Jahren hat er über 45'000 Werke geschaffen. Tausende davon liess er auf Strassen und Plätzen stehen. Mit seiner ausufernden Produktion entzieht sich Christian Eisenberger der Kontrolle durch Galerien, Kunstmessen und Museen. In einem Milieu, das mit allen Mitteln um Aufmerksamkeit und Anerkennung kämpft, stellt Christian Eisenberger die Frage immer wieder: Worin besteht die künstlerische Freiheit tatsächlich? Und braucht es dazu überhaupt noch Künstler?

    Do |25|20:15| CINEMA

    The Wild Pear Tree

    Nuri Bilge Ceylan, Türkei 2018, 188', OV/d/f,

    Nach Abschluss seines Studiums in Çanakkale kehrt Sinan in seine heimatliche Provinz zurück, entschlossen, hier seinen ersten Roman zu veröffentlichen. Die Finanzierung des Plans erweist sich als kompliziert, auch deshalb, weil der eigene Vater überall Schulden gemacht hat. Nach dem meisterlichen Cannes-Sieger Winter Sleep scheint Nuri Bilge Ceylan noch tiefer vorzudringen in den Zauber des Literarischen im Kino: Ein Genuss.

    Faszination Literaturwerdung

    Immer schon wollte Sinan Schriftsteller werden. Zurück aus Çanakkale in seinem anatolischen Heimatdorf holen ihn die Schulden seines Vaters ein und Fragen, die sich ihm und uns stellen. The Wild Pear Tree, der Titel des neusten Films von Nuri Bilge Ceylan, steht auch für den Titel des ersten Romans, den Sinan verfasst hat. Wir schauen gewissermassen einem Buch in seiner Entstehung zu, ohne dass wir uns dessen bewusst wären. Es wird auch nicht geschrieben, es bildet sich aus und mit dem, was sich da eben gerade abspielt. Man könnte auch sagen: Wir schauen der Literatur beim Literaturwerden zu.

    Sinan wird als Lehrer arbeiten und muss fürchten, in den Osten versetzt zu werden. In der Schule wiein der Kultur hat man es in der Türkei von heute nicht einfach. Freies Denken ist nicht erwünscht und schädlicher als Rauchen. Es könnte Fragen stellen oder sich lustig machen, beides Dinge, die Autokraten nicht mögen. Aber Nuri Bilge Ceylan ist kein Filmemacher, der seine Lebenszeit mit dem Oberflächenhandwerk Politik vergeuden möchte. Seine Filme sind existenzielle, und dadurch werden sie erst recht politisch. Hier visualisiert er wie gewohnt bestechend und dialogisiert in literarischer Grösse. Die Bilder geben der Sprache Raum, im Ton wirkt auch ein Schweigen oder der Hauch des Windes ausdrucksstark. Und wann hat man im Kino zuletzt so abgehoben bei einem Kuss wie hier am Brunnen bei den Bäumen? Einem Ceylan- Film sollte man offen begegnen, dann wünscht man nach drei Stunden, das Schauen und Lauschen mögen noch lange dauern. Der Türke schafft es, uns gar nicht merken zu lassen, dass er am Erzählen ist, während seine Kamera doch nur mal diese oder jene Szene diskret betrachtet. Kein Filmemacher ist heute so nah am Literarischen und gleichzeitig so unaufdringlich stark visuell.

    Walter Ruggle

    15.-
    Reservaziun:

    Nach Abschluss seines Studiums in Çanakkale kehrt Sinan in seine heimatliche Provinz zurück, entschlossen, hier seinen ersten Roman zu veröffentlichen. Die Finanzierung des Plans erweist sich als kompliziert, auch deshalb, weil der eigene Vater überall Schulden gemacht hat. Nach dem meisterlichen Cannes-Sieger Winter Sleep scheint Nuri Bilge Ceylan noch tiefer vorzudringen in den Zauber des Literarischen im Kino: Ein Genuss.

    Faszination Literaturwerdung

    Immer schon wollte Sinan Schriftsteller werden. Zurück aus Çanakkale in seinem anatolischen Heimatdorf holen ihn die Schulden seines Vaters ein und Fragen, die sich ihm und uns stellen. The Wild Pear Tree, der Titel des neusten Films von Nuri Bilge Ceylan, steht auch für den Titel des ersten Romans, den Sinan verfasst hat. Wir schauen gewissermassen einem Buch in seiner Entstehung zu, ohne dass wir uns dessen bewusst wären. Es wird auch nicht geschrieben, es bildet sich aus und mit dem, was sich da eben gerade abspielt. Man könnte auch sagen: Wir schauen der Literatur beim Literaturwerden zu.

    Sinan wird als Lehrer arbeiten und muss fürchten, in den Osten versetzt zu werden. In der Schule wiein der Kultur hat man es in der Türkei von heute nicht einfach. Freies Denken ist nicht erwünscht und schädlicher als Rauchen. Es könnte Fragen stellen oder sich lustig machen, beides Dinge, die Autokraten nicht mögen. Aber Nuri Bilge Ceylan ist kein Filmemacher, der seine Lebenszeit mit dem Oberflächenhandwerk Politik vergeuden möchte. Seine Filme sind existenzielle, und dadurch werden sie erst recht politisch. Hier visualisiert er wie gewohnt bestechend und dialogisiert in literarischer Grösse. Die Bilder geben der Sprache Raum, im Ton wirkt auch ein Schweigen oder der Hauch des Windes ausdrucksstark. Und wann hat man im Kino zuletzt so abgehoben bei einem Kuss wie hier am Brunnen bei den Bäumen? Einem Ceylan- Film sollte man offen begegnen, dann wünscht man nach drei Stunden, das Schauen und Lauschen mögen noch lange dauern. Der Türke schafft es, uns gar nicht merken zu lassen, dass er am Erzählen ist, während seine Kamera doch nur mal diese oder jene Szene diskret betrachtet. Kein Filmemacher ist heute so nah am Literarischen und gleichzeitig so unaufdringlich stark visuell.

    Walter Ruggle

    Fr |26|21:30| TRIBUNA

    Me + Marie

    Melancholisch, ungezähmt, sensibel, rau, manchmal brutal

    Die Kunst von Me + Marie ist das Brückenschlagen. Zwischen Epizentrum und Peripherie, Skizze und Hymne, Rausch und Romantik. Zwischen Zustimmung und Widerspruch.

    “Double Purpose” erzählt von der unauflösbaren Verschränktheit der Dinge. Davon, dass es das Eine nicht ohne das Andere gibt: keine Besinnlichkeit ohne Chaos, keine Romantik ohne die Lust an Zerstörung. Keine ausschweifende Fantasie ohne die gemeine wirkliche Welt, die notorisch schwingt zwischen Langeweile und Ekstase wie die Atomuhr der Zweisamkeit. Der Song “Double Purpose” bringt die Geschichte des Albums auf den Punkt. Er war der erste Song der nach dem Vorgänger-Album geschrieben wurde und der letzte der gerade noch auf die Platte kam, nachdem er vorher wieder und wieder eingespielt und verworfen wurde.

    “Man muss den Dingen Zeit geben. Das ist schwer zu erklären. In Wirklichkeit schreiben sich die Songs selbst, wir als Band sind nur das Instrument.” (Roland Scandella) Nach zwei Wochen Recording-Session in den Bergen schlug das Pendel plötzlich um. Sie hatten geschrieben und komponiert, ohne Pause durch die Nacht und den Tag. Dann wollte nichts mehr vorwärts gehen, nichts machte mehr Sinn. Maria de Val und Roland Scandella sassen sich einen Vormittag schweigend gegenüber. Roland packte den Rucksack und stieg in die Gipfel. Als er am nächsten Abend zurückkam, erwartete Maria ihn mit dem Ausweg: sie mussten mit ihrer Musik durch diese Leere hindurch. Auf die andere Seite der Sinnlosigkeit, der hoffnungslosen Schwere. Sie mussten das Pendel zurückschwingen lassen.

    In Koblenz vollzogen Me + Marie mit Kurt Ebelhäuser (Blackmail) die Metamorphose ihrer Songskizzen. Jeder Ton, jede Zeile, jeder Sound wurde zu dritt stoisch zerlegt und wieder in die Songs verstrickt. Einen Monat lang schraubten sie die Demos zu mächtigen Hymnen, in denen sich Courtney Barnett und PJ Harvey kichernd die Hand geben, in denen Grunge-Ikone Eddie Vedder den Italo-Western-Magier Ennio Morricone beim Trampen mitnimmt.

    “Double Purpose” betont das “Und” anstatt das “Oder”. “Sad Song To Dance” ist passenderweise der erste Song des Albums. Er verbindet erst Lethargie und Ekstase und dann Grunge und Italo-Western. Dieser Plan klingt unmöglich, aber Me + Marie gelingt der Spagat ohne grosses Klimbim: Schwere Gitarren und flockige Drums, düstere Themen und hymnische Melodien, poppige Hooks und cineastische Passagen. Die Songs entfalten so einen Sog, tragen die Hörer durch magische Szenerien und legen sich dabei wie ein Kokon um den Körper. Man hat Begegnungen der dritten Art im Morgengrauen an einem Waldsee (“Still Water”) und schleicht als zynischer Zweifler durch ein Bankenviertel (“Children Of Money”). Man zappt durch das Unterbewusstsein von MTV in den 90ern (“Shine Out Loud”) und verfolgt Maria und Roland im Helikopter-Modus durch dystopische Wüstenlandschaften (“The Only Ones”).

    Und plötzlich erwacht man im Video von “November Rain” und Roland Scandella steht im Wüstensturm, mit offenem Hemd und Kippe im Mundwinkel. Und Maria de Val sitzt in der weissen Kapelle anstelle von Axl Rose am Flügel. Oder umgekehrt? Maria grinsend in Lederjacke mit der Gitarre auf Kniehöhe und Roland im Brautkleid am Flügel? Die Ebenen verschwimmen so schnell, dass man sich erschrocken die Kopfhörer von den Ohren reisst. Hat man das am Ende gesehen und geträumt? Ennio Morricone und Slash? Sehnsüchtige Waldesruh und versoffener Anarchismus? Pathos und Lässigkeit?

    “Wir sind nicht cool. Wir spielen nur zufällig in einer Band. Warum wissen wir nicht, aber es fühlt sich gut an. Solange das so ist, machen wir es weiter.“ (Maria de Val)

    Waren diese Grenzgänge nicht schon immer das wirklich Interessante an Popmusik? Und waren die grossen Gefahren nicht schon immer Langeweile und Oberflächlichkeit? Mit einer Mischung aus Grunge-Pop und Italo-Western unternehmen Me + Marie ihren nächsten Ritt entlang der Gletscherspalte. Zwischen #nextbigshit und #nextbigfail. Zwischen Aufstieg und Untergang. Und bestimmt können sie sich nicht entscheiden, welche Richtung ihnen lieber ist.

    30.-
    Reservaziun:

    Die Kunst von Me + Marie ist das Brückenschlagen. Zwischen Epizentrum und Peripherie, Skizze und Hymne, Rausch und Romantik. Zwischen Zustimmung und Widerspruch.

    “Double Purpose” erzählt von der unauflösbaren Verschränktheit der Dinge. Davon, dass es das Eine nicht ohne das Andere gibt: keine Besinnlichkeit ohne Chaos, keine Romantik ohne die Lust an Zerstörung. Keine ausschweifende Fantasie ohne die gemeine wirkliche Welt, die notorisch schwingt zwischen Langeweile und Ekstase wie die Atomuhr der Zweisamkeit. Der Song “Double Purpose” bringt die Geschichte des Albums auf den Punkt. Er war der erste Song der nach dem Vorgänger-Album geschrieben wurde und der letzte der gerade noch auf die Platte kam, nachdem er vorher wieder und wieder eingespielt und verworfen wurde.

    “Man muss den Dingen Zeit geben. Das ist schwer zu erklären. In Wirklichkeit schreiben sich die Songs selbst, wir als Band sind nur das Instrument.” (Roland Scandella) Nach zwei Wochen Recording-Session in den Bergen schlug das Pendel plötzlich um. Sie hatten geschrieben und komponiert, ohne Pause durch die Nacht und den Tag. Dann wollte nichts mehr vorwärts gehen, nichts machte mehr Sinn. Maria de Val und Roland Scandella sassen sich einen Vormittag schweigend gegenüber. Roland packte den Rucksack und stieg in die Gipfel. Als er am nächsten Abend zurückkam, erwartete Maria ihn mit dem Ausweg: sie mussten mit ihrer Musik durch diese Leere hindurch. Auf die andere Seite der Sinnlosigkeit, der hoffnungslosen Schwere. Sie mussten das Pendel zurückschwingen lassen.

    In Koblenz vollzogen Me + Marie mit Kurt Ebelhäuser (Blackmail) die Metamorphose ihrer Songskizzen. Jeder Ton, jede Zeile, jeder Sound wurde zu dritt stoisch zerlegt und wieder in die Songs verstrickt. Einen Monat lang schraubten sie die Demos zu mächtigen Hymnen, in denen sich Courtney Barnett und PJ Harvey kichernd die Hand geben, in denen Grunge-Ikone Eddie Vedder den Italo-Western-Magier Ennio Morricone beim Trampen mitnimmt.

    “Double Purpose” betont das “Und” anstatt das “Oder”. “Sad Song To Dance” ist passenderweise der erste Song des Albums. Er verbindet erst Lethargie und Ekstase und dann Grunge und Italo-Western. Dieser Plan klingt unmöglich, aber Me + Marie gelingt der Spagat ohne grosses Klimbim: Schwere Gitarren und flockige Drums, düstere Themen und hymnische Melodien, poppige Hooks und cineastische Passagen. Die Songs entfalten so einen Sog, tragen die Hörer durch magische Szenerien und legen sich dabei wie ein Kokon um den Körper. Man hat Begegnungen der dritten Art im Morgengrauen an einem Waldsee (“Still Water”) und schleicht als zynischer Zweifler durch ein Bankenviertel (“Children Of Money”). Man zappt durch das Unterbewusstsein von MTV in den 90ern (“Shine Out Loud”) und verfolgt Maria und Roland im Helikopter-Modus durch dystopische Wüstenlandschaften (“The Only Ones”).

    Und plötzlich erwacht man im Video von “November Rain” und Roland Scandella steht im Wüstensturm, mit offenem Hemd und Kippe im Mundwinkel. Und Maria de Val sitzt in der weissen Kapelle anstelle von Axl Rose am Flügel. Oder umgekehrt? Maria grinsend in Lederjacke mit der Gitarre auf Kniehöhe und Roland im Brautkleid am Flügel? Die Ebenen verschwimmen so schnell, dass man sich erschrocken die Kopfhörer von den Ohren reisst. Hat man das am Ende gesehen und geträumt? Ennio Morricone und Slash? Sehnsüchtige Waldesruh und versoffener Anarchismus? Pathos und Lässigkeit?

    “Wir sind nicht cool. Wir spielen nur zufällig in einer Band. Warum wissen wir nicht, aber es fühlt sich gut an. Solange das so ist, machen wir es weiter.“ (Maria de Val)

    Waren diese Grenzgänge nicht schon immer das wirklich Interessante an Popmusik? Und waren die grossen Gefahren nicht schon immer Langeweile und Oberflächlichkeit? Mit einer Mischung aus Grunge-Pop und Italo-Western unternehmen Me + Marie ihren nächsten Ritt entlang der Gletscherspalte. Zwischen #nextbigshit und #nextbigfail. Zwischen Aufstieg und Untergang. Und bestimmt können sie sich nicht entscheiden, welche Richtung ihnen lieber ist.

    Sa |27|20:15| CINEMA

    IL MANGIATORE DI PIETRE

    Nicola Bellucci, Schweiz 2018, 109', I/d,

    Mit Ursina Lardi

    15.-
    Reservaziun:
  • matg / mai

    Do |16|20:15| TRIBUNA

    Luca Maurizio – Wachset und mehret euch

    Kabarett einer exponentiellen Vision

    Mit dem Scheinpositivismus einer politischen Rede wird in Maurizios neuem Programm eine paradoxe, irre Lösung für das nachhaltige Wachstum Graubündens und der Schweiz verfolgt. Eine Lösung, die das Spektrum der Stagnation für Jahrhunderte bannen soll und unsere Täler zu neuem, unübertrefflichem Glanz führen wird: Wachstum und Vermehrung bis ins hinterletzte Seitental.

    In „Wachset und mehret euch“ gelobt Luca Maurizio die Achtung des göttlichen Zitats, währenddessen er die Geister des Kollapses auf der Bühne tanzen lässt. Zwischen der Phlegmatik der Berner, der Rettung eines überforderten Hausmannes durch Kuschelroboter sowie göttlichen Machovisionen tanzen die Figuren des kollektiven Burn-outs mit denen der antiken Schwarzmalerei.

    Je grösser die Schuldenberge sich stapeln, je unkontrollierter die Flüchtlingsströme ausufern, je mehr der Optimierungswahn uns besetzt, je mehr die Nationalbanken beschwichtigend Geld drucken, desto schneller wird der Rhythmus und ermöglicht sogar die Wahl seltsamer Präsidenten.

    Maurizio seziert mit freudiger Neugier das Wachstumsdogma und ruft Erstaunen und Verwirrung über adipöse Kinder und hyperaktive Neupensionierte, über konservative Birkenstockträger und atheistische Kuhfladenverächter, über pädagogische Velofetischisten und überversicherte Helikoptereltern hervor. So erhält eine exponentielle Funktion ein Liebeslied und ein vereinsamter Bandwurm ein Ode, die Ausgrenzung der Verlierer wird zur neuen Hexenjagd und die männliche Sterilisation zum neuen Röstigraben.

    Ein Abend zum Lachen und zum verschmitzten Nachdenken.

    Mit diesem Projekt hat Luca Maurizio den kantonalen Kulturwettbewerb 2015 in der Sparte Theater gewonnen

    25.- / 18.-
    Reservaziun:

    Mit dem Scheinpositivismus einer politischen Rede wird in Maurizios neuem Programm eine paradoxe, irre Lösung für das nachhaltige Wachstum Graubündens und der Schweiz verfolgt. Eine Lösung, die das Spektrum der Stagnation für Jahrhunderte bannen soll und unsere Täler zu neuem, unübertrefflichem Glanz führen wird: Wachstum und Vermehrung bis ins hinterletzte Seitental.

    In „Wachset und mehret euch“ gelobt Luca Maurizio die Achtung des göttlichen Zitats, währenddessen er die Geister des Kollapses auf der Bühne tanzen lässt. Zwischen der Phlegmatik der Berner, der Rettung eines überforderten Hausmannes durch Kuschelroboter sowie göttlichen Machovisionen tanzen die Figuren des kollektiven Burn-outs mit denen der antiken Schwarzmalerei.

    Je grösser die Schuldenberge sich stapeln, je unkontrollierter die Flüchtlingsströme ausufern, je mehr der Optimierungswahn uns besetzt, je mehr die Nationalbanken beschwichtigend Geld drucken, desto schneller wird der Rhythmus und ermöglicht sogar die Wahl seltsamer Präsidenten.

    Maurizio seziert mit freudiger Neugier das Wachstumsdogma und ruft Erstaunen und Verwirrung über adipöse Kinder und hyperaktive Neupensionierte, über konservative Birkenstockträger und atheistische Kuhfladenverächter, über pädagogische Velofetischisten und überversicherte Helikoptereltern hervor. So erhält eine exponentielle Funktion ein Liebeslied und ein vereinsamter Bandwurm ein Ode, die Ausgrenzung der Verlierer wird zur neuen Hexenjagd und die männliche Sterilisation zum neuen Röstigraben.

    Ein Abend zum Lachen und zum verschmitzten Nachdenken.

    Mit diesem Projekt hat Luca Maurizio den kantonalen Kulturwettbewerb 2015 in der Sparte Theater gewonnen

    Sa |18|20:15| TRIBUNA

    ramur

    Modern Jazz, jung und frisch ab Presse

    ramur spielt Jazzmusik aus der Feder des Kontrabassisten und Bandleaders Vito Cadonau. Seine Werke sind geprägt von den Menschen und der Landschaft im Bündner Oberland und inspiriert durch die Tradition des klassischen Jazzquintetts. Hier erklingt Modern Jazz, jung und frisch ab Presse. Dank den beiden Tenorinstrumente steigen die fünf Musiker gerne einen Stock tiefer ins Frequenzband ein; um dort entspannt den kompakten und anregenden Bandsound zu pflegen. Mal Klang, mal Geräusch und kaum Lärm – ni semplamein ramur per romontsch sursilvan.

     

    Tobias Pfister - Tenorsaxophon

    Maurus Twerenbold - Posaune

    Kenny Niggli - Piano

    Noah Weber - Drums

    Vito Cadonau - Bass/ Komposition

     

    25.-

    ramur spielt Jazzmusik aus der Feder des Kontrabassisten und Bandleaders Vito Cadonau. Seine Werke sind geprägt von den Menschen und der Landschaft im Bündner Oberland und inspiriert durch die Tradition des klassischen Jazzquintetts. Hier erklingt Modern Jazz, jung und frisch ab Presse. Dank den beiden Tenorinstrumente steigen die fünf Musiker gerne einen Stock tiefer ins Frequenzband ein; um dort entspannt den kompakten und anregenden Bandsound zu pflegen. Mal Klang, mal Geräusch und kaum Lärm – ni semplamein ramur per romontsch sursilvan.

     

    Tobias Pfister - Tenorsaxophon

    Maurus Twerenbold - Posaune

    Kenny Niggli - Piano

    Noah Weber - Drums

    Vito Cadonau - Bass/ Komposition

     

    Do |23|20:15| TRIBUNA

    Milena Moser

    Lesung aus dem Roman 'Land der Söhne'

    Milena Moser (55), eine der erfolgreichsten Schweizer Schriftstellerinnen

    Sie absolvierte nach der Diplommittelschule eine Buchhändlerlehre und schrieb danach für Schweizer Rundfunkanstalten. Ihren ersten Bestseller landete sie 1990 mit «Die Putzfraueninsel». Mit ihrer Familie zog sie 1998 für acht Jahre nach San Francisco.

    Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz schrieb sie eine wöchentliche Kolumne für die «Schweizer Familie» und unterrichtete Kreatives Schreiben. Milena Moser hat insgesamt 20 Bücher veröffentlicht, u. a. «Das Glück sieht immer anders aus» (2015) und «Hinter diesen blauen Bergen» (2017), die beide von ihrer eigenen Emigration und der Suche nach Glück und Identität in Amerika handeln.

    Mit «Land der Söhne», ihr aktueller Bestseller, war sie im Herbst 2018 in der Schweiz unterwegs auf Lesetour. Seit 2015 lebt und arbeitet Milena Moser erneut in den USA. In ihrem Haus in Santa Fe, das sie alleine bewohnt, widmet sich die Erfolgsautorin wieder ganz dem Schreiben. Sie ist mit dem in San Francisco lebenden Künstler Victor-Mario Zaballa liiert.

    Land der Söhne, Roman, Nagel & Kimche

    Eine Zusammenarbeit zwischen der Schul und Gemeindebibliothek Ilanz Glion und des Cinema Sil Plaz

    25.-

    Milena Moser (55), eine der erfolgreichsten Schweizer Schriftstellerinnen

    Sie absolvierte nach der Diplommittelschule eine Buchhändlerlehre und schrieb danach für Schweizer Rundfunkanstalten. Ihren ersten Bestseller landete sie 1990 mit «Die Putzfraueninsel». Mit ihrer Familie zog sie 1998 für acht Jahre nach San Francisco.

    Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz schrieb sie eine wöchentliche Kolumne für die «Schweizer Familie» und unterrichtete Kreatives Schreiben. Milena Moser hat insgesamt 20 Bücher veröffentlicht, u. a. «Das Glück sieht immer anders aus» (2015) und «Hinter diesen blauen Bergen» (2017), die beide von ihrer eigenen Emigration und der Suche nach Glück und Identität in Amerika handeln.

    Mit «Land der Söhne», ihr aktueller Bestseller, war sie im Herbst 2018 in der Schweiz unterwegs auf Lesetour. Seit 2015 lebt und arbeitet Milena Moser erneut in den USA. In ihrem Haus in Santa Fe, das sie alleine bewohnt, widmet sich die Erfolgsautorin wieder ganz dem Schreiben. Sie ist mit dem in San Francisco lebenden Künstler Victor-Mario Zaballa liiert.

    Land der Söhne, Roman, Nagel & Kimche

    Eine Zusammenarbeit zwischen der Schul und Gemeindebibliothek Ilanz Glion und des Cinema Sil Plaz

  • PROXIMAMEIN / DEMNAECHST

    CINEMA__DOC

    Gateways To New York

    Martin Witz, Schweiz 2018, 88',

    Solothurner Filmtage: Publikumspreis

    904 zog der Ostschweizer ETH-Ingenieur Othmar Ammann von Zürich nach Amerika und definierte dort die Kunst des Brückenbaus neu. Seine Konstruktionen haben die Insel Manhattan mit dem Festland verbunden - und das Gesicht von New York für immer verändert.

    Über das Leben und das Werk des Protagonisten hinaus erzählt «Gateways To New York» in eleganten Bildern von der Motorisierung und der Urbanisierung der Konsumgesellschaft - Entwicklungen, die Ammann mit seinen atemberaubenden Konstruktionen beschleunigte. Der Film ist aber auch eine Hommage an die sogenannten Skywalker, die Stahlarbeiter, die in grosser Höhe ihr Leben riskierten, um mit Ammanns Brücken Ikonen des 20. Jahrhunderts zu schaffen.

     

    Solothurner Filmtage: Publikumspreis

    15.-

    904 zog der Ostschweizer ETH-Ingenieur Othmar Ammann von Zürich nach Amerika und definierte dort die Kunst des Brückenbaus neu. Seine Konstruktionen haben die Insel Manhattan mit dem Festland verbunden - und das Gesicht von New York für immer verändert.

    Über das Leben und das Werk des Protagonisten hinaus erzählt «Gateways To New York» in eleganten Bildern von der Motorisierung und der Urbanisierung der Konsumgesellschaft - Entwicklungen, die Ammann mit seinen atemberaubenden Konstruktionen beschleunigte. Der Film ist aber auch eine Hommage an die sogenannten Skywalker, die Stahlarbeiter, die in grosser Höhe ihr Leben riskierten, um mit Ammanns Brücken Ikonen des 20. Jahrhunderts zu schaffen.

     

    Solothurner Filmtage: Publikumspreis

    CINEMA__DOC

    RBG

    Julie Cohen, Betsy West, USA 2018, 97', E/d,

    Kampfansage an das Patriarchat

    Ruth Bader Ginsburg wählte keinen einfachen Lebensweg: 1933 in eine jüdische Immigrantenfamilie geboren, war sie eine von nur neun Frauen in ihrem Jahrgang an der Harvard Law School und schrieb Bestnoten - und das trotz ihrer Doppelbelastung als Ehefrau und Mutter. Als eine der ersten Jura-Professorinnen der USA und schliesslich als Richterin im Supreme Court wurde sie zu einer zentralen Stimme der Frauenrechtsbewegung und kämpft bis heute kontinuierlich für die Gleichberechtigung.

     

    Dass nach «On The Basis Of Sex» bereits der nächste Ginsburg-Film im Kino zu sehen ist, hat seinen Grund: Ruth Bader Ginsburg ist längst nicht mehr nur in den USA eine Ikone, sondern weltweit ein lebendes Symbol für den politischen Widerstand. Die Dokumentation ist ein liebevolles und persönliches Portrait einer Frau, die auch mit 85 Jahren weit davon entfernt ist, sich zur Ruhe zu setzen - und eine inspirierende Kampfansage an das Patriarchat und an veraltete Gesellschaftssstrukturen, die die Pläne und Träume von Frauen auf der ganzen Welt einschränken.

    15.-

    Ruth Bader Ginsburg wählte keinen einfachen Lebensweg: 1933 in eine jüdische Immigrantenfamilie geboren, war sie eine von nur neun Frauen in ihrem Jahrgang an der Harvard Law School und schrieb Bestnoten - und das trotz ihrer Doppelbelastung als Ehefrau und Mutter. Als eine der ersten Jura-Professorinnen der USA und schliesslich als Richterin im Supreme Court wurde sie zu einer zentralen Stimme der Frauenrechtsbewegung und kämpft bis heute kontinuierlich für die Gleichberechtigung.

     

    Dass nach «On The Basis Of Sex» bereits der nächste Ginsburg-Film im Kino zu sehen ist, hat seinen Grund: Ruth Bader Ginsburg ist längst nicht mehr nur in den USA eine Ikone, sondern weltweit ein lebendes Symbol für den politischen Widerstand. Die Dokumentation ist ein liebevolles und persönliches Portrait einer Frau, die auch mit 85 Jahren weit davon entfernt ist, sich zur Ruhe zu setzen - und eine inspirierende Kampfansage an das Patriarchat und an veraltete Gesellschaftssstrukturen, die die Pläne und Träume von Frauen auf der ganzen Welt einschränken.

    CINEMA__DOC

    Les dames

    Stéphanie Chuat, Véronique Reymond, Schweiz 2018, 81',

    Weiterleben und das Leben geniessen

    Sie sind ledig, verwitwet oder geschieden. Sie hatten Kinder, Ehemänner und ein erfülltes Arbeitsleben. Sie haben gelebt, und sie wollen vor allem eines: weiterleben und das Leben geniessen. «Les dames» blickt in das Privatleben von fünf Frauen über sechzig, die Tag für Tag diskret gegen die Einsamkeit kämpfen, in einem Alter, in dem viele dem Gefühlsleben längst Adieu gesagt haben. Und die Liebe? Die Damen glauben natürlich daran, denn zum Lieben ist es nie zu spät.

     

    Mit viel Feingefühl und Humor widmen sich die Schweizer Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond («La petite chambre») fünf charmanten, lebensfrohen Frauen und ihren Lebensentwürfen - fernab von jeglichen Klischees.

    15.-

    Sie sind ledig, verwitwet oder geschieden. Sie hatten Kinder, Ehemänner und ein erfülltes Arbeitsleben. Sie haben gelebt, und sie wollen vor allem eines: weiterleben und das Leben geniessen. «Les dames» blickt in das Privatleben von fünf Frauen über sechzig, die Tag für Tag diskret gegen die Einsamkeit kämpfen, in einem Alter, in dem viele dem Gefühlsleben längst Adieu gesagt haben. Und die Liebe? Die Damen glauben natürlich daran, denn zum Lieben ist es nie zu spät.

     

    Mit viel Feingefühl und Humor widmen sich die Schweizer Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond («La petite chambre») fünf charmanten, lebensfrohen Frauen und ihren Lebensentwürfen - fernab von jeglichen Klischees.

    CINEMA

    Ash Is Purest White

    Jia Zhang-Ke, China 2018, 141', OV/d/f,

    CINEMA_BAR

    Bar

    Mittwoch+Donnertag
    19.00 bis 24:00 Uhr

    Freitag+Samstag
    19.00 bis 2:00 Uhr