• mars / maerz

    Mi |20|20:15| TRIBUNA

    Christoph Irniger Pilgrim

    Christoph Irniger Pilgrim - CD Release Tour “Crosswinds” Intact. Rec - JAZZ SIL PLAZ

    Christoph Irniger ts

    Stefan Aeby p

    Dave Gisler g

    Rafaelle Bossard b

    Michi Stulz dr

    Das Quintett Pilgrim um den Tenorsaxophonisten Christoph Irniger ist über Jahre zu einem der aufregensten Enembles des jungen europäischen Jazz gereift. Nach dem hochgelobten Studioalbum 'Italian Circus Story' legt diese von Spielfreude und Ideenreichtum angetriebene Formation nun ihr insgesamt drittes, das vibrierende Live-Album 'Big Wheel' vor. Auf diesen Aufnahmen demonstrieren Pilgrim mit Verve und viel Platz für Spontanität und Improvisation eindrücklich ihre pulsierende Tonkunst. Dabei zeigt die Gruppe eine Spielhaltung und Spielweise, die sich immer wieder neu bewähren und entwickeln muss, eben das grosse Rad, The Big Wheel. Auf dem Kontinuum von absichtsvoller Verfolgung von Geplantem und Geschehenlassen neigt die Gruppe klar zu Letzterem. Es belässt jedes Gruppenmitglied im gegenseitigen Vertrauen auf Originalität und Erfahrung. Der dazugehörige Soundtrack oszilliert zwischen rätselhafter Selbstreflexion und wilden Eruptionen, wobei die Musiker einen vollen, dichten Rundum-Sound schaffen der sich nur schwer kategorisieren lässt. Auch kompositorische Vorgaben sind dabei ein Werkzeug, das sich in verschiedenen Offenheitsgraden und im rechten Verhältnis von Kontrolle und Loslassen bewähren muss. Fertige Noten sind in Pilgrm nichts als eine Überschrift, ein Thema einer möglichen Geschichte oder eine Tür, die in einen weiteren musikalischen Freiraum führt, egal, welcher Musik ein Thema aufgreift, er wird die Geschichte jeweils anders erzählen. Was sich in absichtsvoll kontrolliertem Vorgehen nicht durchsetzt, hinterlässt seine Spuren in unterbewusster Verarbeitung und Reifung. Es kann in anderer Qualität wieder auftauchen und Eingang finden. Dass dies keine frommen Wünsche oder Gemeinplätze sind, ist immer wieder an den überraschenden Umschlagpunkten in Pilgrims Musik erlebbar. Diese sorgen dafür, dass das Spiel scharf und sich wirklich ereignend bleibt. Die fünf Musiker der Band, welche seit 2010 besteht, stammen aus unterschiedlichen Teilen der Schweiz. Sie treten in verschiedenen Gruppen auf der ganzen Welt auf und haben in ihren noch jungen Karrieren Gelegenheit gehabt, mit Jazz-Grössen wie Dave Douglas, Nasheet Waits, Dave Liebman oder Joey Baron zu lernen und zusammenzuspielen. „Leute, die über Jazz Bescheid wissen, werden bestätigen, dass Christoph Irniger zu den größten Versprechen gehört, die der zeitgenössische Schweizer Jazz im Moment gibt.“ (Jazzthetik)

    CHF 25.-, bis 18 CHF 15.-, Festivalpass CHF 120.-
    Reservaziun:

    Christoph Irniger ts

    Stefan Aeby p

    Dave Gisler g

    Rafaelle Bossard b

    Michi Stulz dr

    Das Quintett Pilgrim um den Tenorsaxophonisten Christoph Irniger ist über Jahre zu einem der aufregensten Enembles des jungen europäischen Jazz gereift. Nach dem hochgelobten Studioalbum 'Italian Circus Story' legt diese von Spielfreude und Ideenreichtum angetriebene Formation nun ihr insgesamt drittes, das vibrierende Live-Album 'Big Wheel' vor. Auf diesen Aufnahmen demonstrieren Pilgrim mit Verve und viel Platz für Spontanität und Improvisation eindrücklich ihre pulsierende Tonkunst. Dabei zeigt die Gruppe eine Spielhaltung und Spielweise, die sich immer wieder neu bewähren und entwickeln muss, eben das grosse Rad, The Big Wheel. Auf dem Kontinuum von absichtsvoller Verfolgung von Geplantem und Geschehenlassen neigt die Gruppe klar zu Letzterem. Es belässt jedes Gruppenmitglied im gegenseitigen Vertrauen auf Originalität und Erfahrung. Der dazugehörige Soundtrack oszilliert zwischen rätselhafter Selbstreflexion und wilden Eruptionen, wobei die Musiker einen vollen, dichten Rundum-Sound schaffen der sich nur schwer kategorisieren lässt. Auch kompositorische Vorgaben sind dabei ein Werkzeug, das sich in verschiedenen Offenheitsgraden und im rechten Verhältnis von Kontrolle und Loslassen bewähren muss. Fertige Noten sind in Pilgrm nichts als eine Überschrift, ein Thema einer möglichen Geschichte oder eine Tür, die in einen weiteren musikalischen Freiraum führt, egal, welcher Musik ein Thema aufgreift, er wird die Geschichte jeweils anders erzählen. Was sich in absichtsvoll kontrolliertem Vorgehen nicht durchsetzt, hinterlässt seine Spuren in unterbewusster Verarbeitung und Reifung. Es kann in anderer Qualität wieder auftauchen und Eingang finden. Dass dies keine frommen Wünsche oder Gemeinplätze sind, ist immer wieder an den überraschenden Umschlagpunkten in Pilgrims Musik erlebbar. Diese sorgen dafür, dass das Spiel scharf und sich wirklich ereignend bleibt. Die fünf Musiker der Band, welche seit 2010 besteht, stammen aus unterschiedlichen Teilen der Schweiz. Sie treten in verschiedenen Gruppen auf der ganzen Welt auf und haben in ihren noch jungen Karrieren Gelegenheit gehabt, mit Jazz-Grössen wie Dave Douglas, Nasheet Waits, Dave Liebman oder Joey Baron zu lernen und zusammenzuspielen. „Leute, die über Jazz Bescheid wissen, werden bestätigen, dass Christoph Irniger zu den größten Versprechen gehört, die der zeitgenössische Schweizer Jazz im Moment gibt.“ (Jazzthetik)

    Do |21|20:15| CINEMA

    Kleine Eheverbrechen

    Iris Peng, Franca Basoli und René Schnoz,

    Theaterstück Von Eric-Emmanuel Schmitt

    Oeil exterieur: Marco Luca Castelli

    Zwei arrivierte Schauspieler spielen den uralten, immer wieder aufs Neue herausfordernden Geschlechterkampf zwischen Frau und Mann. Die Ehe als Zusammenschluss von Mördern, die sich lieben und hassen.

    Das Stück

    Simon hat durch einen mysteriösen Unfall sein Gedächtnis verloren. Seine Ehefrau Lisa, mit der er seit fünfzehn Jahren verheiratet ist, kehrt mit ihm in die gemeinsame Wohnung zurück. Ist es wirklich seine Wohnung? Ist Lisa wirklich seine Frau? Simon kann sich scheinbar an nichts erinnern. Wer ist er? Wer ist Lisa? Was für eine Ehe führten Sie? Mühsam versucht er, seine Vergangenheit, sein Leben zu rekonstruieren. Beunruhigt und amüsiert zugleich lauscht er dem wundervollen Portrait, das Lisa von ihm, ihrem Zusammenleben und ihrer gemeinsamen Liebe zeichnet. Doch wenn Lisa nun lügen würde. Ist er tatsächlich so, wie sie ihn beschreibt? Waren sie tatsächlich so verliebt, wie sie sagt? Oder war es im Gegenteil eine Hassliebe, die sie verbindet? Oder spielt gar Simon falsch? Weiss er mehr, als er zugibt?

    Ist Liebe möglich?

    Es ist ein altes Motiv, das schon viele Schriftsteller entzündet hat: ein Mann verliert sein Gedächtnis und kann sich von nun an neu erfinden, ein „erwachsenes Neugeborenes“ sein. Wer wünschte das nicht: einen Nullpunkt, von dem man sein festgefahrenes Leben verlässt und alles noch einmal neu entscheidet. Bei Simon und Lisa in „Kleine Eheverbrechen“ ist es jedoch zunächst die Frau, die nach dem „Unfall“ ihren Mann neu „recycelt“: in einen, den sie sich schon immer gewünscht hat. Einen treuen, Tee trinkenden Traummann, der Boutiquen liebt und ein wenig eifersüchtig zu Hause wartet. Doch natürlich ist alles ganz anders. Der sensible Erfolgsautor Eric-Emmanuel Schmitt hat brillant und berührend die Probleme langjähriger Partnerschaften erfasst: wie sehr mit der Gewöhnung die Lust auf den anderen verschwindet, wie sehr man ihn zu kennen glaubt, sich träge in Vertrautheit einrichtet, aber genau dort das Liebesende lauert. Und dass man sich in vielem einen anderen gewünscht hätte und sich die Spannung der Fremdheit zurückwünscht, die zugleich unmäßig erschreckt.

    Simons vermeintlicher Gedächtnisverlust wird zum Vorwand, die Paarbeziehung neu zu definieren - und deckt dabei ihre tödlichen Gewohnheiten auf.

    30.-/ bis 18J. 20.-
    Reservaziun:

    Oeil exterieur: Marco Luca Castelli

    Zwei arrivierte Schauspieler spielen den uralten, immer wieder aufs Neue herausfordernden Geschlechterkampf zwischen Frau und Mann. Die Ehe als Zusammenschluss von Mördern, die sich lieben und hassen.

    Das Stück

    Simon hat durch einen mysteriösen Unfall sein Gedächtnis verloren. Seine Ehefrau Lisa, mit der er seit fünfzehn Jahren verheiratet ist, kehrt mit ihm in die gemeinsame Wohnung zurück. Ist es wirklich seine Wohnung? Ist Lisa wirklich seine Frau? Simon kann sich scheinbar an nichts erinnern. Wer ist er? Wer ist Lisa? Was für eine Ehe führten Sie? Mühsam versucht er, seine Vergangenheit, sein Leben zu rekonstruieren. Beunruhigt und amüsiert zugleich lauscht er dem wundervollen Portrait, das Lisa von ihm, ihrem Zusammenleben und ihrer gemeinsamen Liebe zeichnet. Doch wenn Lisa nun lügen würde. Ist er tatsächlich so, wie sie ihn beschreibt? Waren sie tatsächlich so verliebt, wie sie sagt? Oder war es im Gegenteil eine Hassliebe, die sie verbindet? Oder spielt gar Simon falsch? Weiss er mehr, als er zugibt?

    Ist Liebe möglich?

    Es ist ein altes Motiv, das schon viele Schriftsteller entzündet hat: ein Mann verliert sein Gedächtnis und kann sich von nun an neu erfinden, ein „erwachsenes Neugeborenes“ sein. Wer wünschte das nicht: einen Nullpunkt, von dem man sein festgefahrenes Leben verlässt und alles noch einmal neu entscheidet. Bei Simon und Lisa in „Kleine Eheverbrechen“ ist es jedoch zunächst die Frau, die nach dem „Unfall“ ihren Mann neu „recycelt“: in einen, den sie sich schon immer gewünscht hat. Einen treuen, Tee trinkenden Traummann, der Boutiquen liebt und ein wenig eifersüchtig zu Hause wartet. Doch natürlich ist alles ganz anders. Der sensible Erfolgsautor Eric-Emmanuel Schmitt hat brillant und berührend die Probleme langjähriger Partnerschaften erfasst: wie sehr mit der Gewöhnung die Lust auf den anderen verschwindet, wie sehr man ihn zu kennen glaubt, sich träge in Vertrautheit einrichtet, aber genau dort das Liebesende lauert. Und dass man sich in vielem einen anderen gewünscht hätte und sich die Spannung der Fremdheit zurückwünscht, die zugleich unmäßig erschreckt.

    Simons vermeintlicher Gedächtnisverlust wird zum Vorwand, die Paarbeziehung neu zu definieren - und deckt dabei ihre tödlichen Gewohnheiten auf.

    Fr |22|20:15| CINEMA

    Architektur der Unendlichkeit

    Christoph Schaub, Schweiz 2018, 85', OV/d/f,

    Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem SIA Graubünden. Anschliessendes Gespräch mit Peter Zumthor und Christoph Schaub

    Gewisse Räume besitzen eine Aura, eine Energie, welche die beschreibbare Sinneswahrnehmung übersteigt. In seinem neuen Dokumentarfilm «Architektur der Unendlichkeit» geht Christoph Schaub diesem Gefühl von Transzendenz nach und erforscht die emotionale Wirkung von Räumen durch die Begegnungen mit den Architekten und Künstlern Peter Zumthor, Cristina Iglesias, Jojo Mayer, Alvaro Siza Vieira, Peter Märkli und James Turrell.

    Nach den beiden Erfolgsfilmen «Bird’s Nest – Herzog & de Meuron in China» und «Die Reisen des Santiago Calatrava» beweist der Schweizer Regisseur erneut sein Können im dokumentarischen Erkunden architektonischer Ausdrucksformen. So rückt Schaub in seinem neuen Wurf Schnittpunkte zwischen Proportion und Licht ins Zentrum und fühlt mit dem Besuch sakraler Bauten dem Verhältnis von Natur und Existenz nach. «Architektur der Unendlichkeit» ist eine Reise an Orte, an denen die eigene (Un-)Endlichkeit fühlbar wird.

    15.-
    Reservaziun:

    Gewisse Räume besitzen eine Aura, eine Energie, welche die beschreibbare Sinneswahrnehmung übersteigt. In seinem neuen Dokumentarfilm «Architektur der Unendlichkeit» geht Christoph Schaub diesem Gefühl von Transzendenz nach und erforscht die emotionale Wirkung von Räumen durch die Begegnungen mit den Architekten und Künstlern Peter Zumthor, Cristina Iglesias, Jojo Mayer, Alvaro Siza Vieira, Peter Märkli und James Turrell.

    Nach den beiden Erfolgsfilmen «Bird’s Nest – Herzog & de Meuron in China» und «Die Reisen des Santiago Calatrava» beweist der Schweizer Regisseur erneut sein Können im dokumentarischen Erkunden architektonischer Ausdrucksformen. So rückt Schaub in seinem neuen Wurf Schnittpunkte zwischen Proportion und Licht ins Zentrum und fühlt mit dem Besuch sakraler Bauten dem Verhältnis von Natur und Existenz nach. «Architektur der Unendlichkeit» ist eine Reise an Orte, an denen die eigene (Un-)Endlichkeit fühlbar wird.

    Sa |23|17:00| CINEMA__KIDS

    Mia und der weisse Löwe

    Gilles de Maistre, 98', D,

    Familienfilm

    Die elfjährige Mia Owen (Daniah de Villiers) kommt mit ihrer Umgebung in Südafrika nicht so ganz zurecht. Zusammen mit ihren Eltern John (Langley Kirkwood) und Alice (Mélanie Laurent) sowie ihrem etwas älteren Bruder Mick (Ryan Mac Lennan) ist sie von London in dieses Land gezogen, um die Löwenfarm von Johns Vater weiterzuführen. Mia besitzt einen rauen Charakter und vermisst ihre Heimat. Zu Weihnachten kommt John mit einem neugeborenen weissen Löwen ins Haus. Während Mick ein Herz für das Tier hat, zeigt Mia kaum Interesse an diesem seltenen Geschöpf. Doch lange wird sie sich ihm nicht entziehen können.

    15.-
    Reservaziun:

    Die elfjährige Mia Owen (Daniah de Villiers) kommt mit ihrer Umgebung in Südafrika nicht so ganz zurecht. Zusammen mit ihren Eltern John (Langley Kirkwood) und Alice (Mélanie Laurent) sowie ihrem etwas älteren Bruder Mick (Ryan Mac Lennan) ist sie von London in dieses Land gezogen, um die Löwenfarm von Johns Vater weiterzuführen. Mia besitzt einen rauen Charakter und vermisst ihre Heimat. Zu Weihnachten kommt John mit einem neugeborenen weissen Löwen ins Haus. Während Mick ein Herz für das Tier hat, zeigt Mia kaum Interesse an diesem seltenen Geschöpf. Doch lange wird sie sich ihm nicht entziehen können.

    Sa |23|20:15| CINEMA

    Roma

    Alfonso Cuarón, Mexiko 2018, 135', OV/d,

    Venedig 2018: Goldener Löwe

    Mexico City, Stadtteil Roma, Anfang der 70er-Jahre: Cleo arbeitet als Hausmädchen bei einer Mittelstandsfamilie. Sie kocht, sie putzt und sie kümmert sich aufopferungsvoll um die vier Kinder des Haushalts - und plötzlich auch um deren Mutter, die soeben vom Ehemann verlassen wurde. Während vor der Haustüre Krawalle zwischen Studenten und Regierungsmilizen eskalieren, wird Cleo zum Teil der Familie. Doch als sie selbst schwanger wird, ist sie mit der Aussicht konfrontiert, ihr Kind ebenfalls als alleinstehende Mutter grossziehen zu müssen.

    Regisseur Alfonso Cuarón («Children of Men», «Gravity») erzählt mit «Roma» seine eigene Kindheitsgeschichte und verwebt diese meisterlich mit der Geschichte Mexikos zu einem berührenden Drama, versehen mit absurd-amüsanten Momenten. Nach dem Goldenen Löwen am Filmfestival von Venedig und überwältigenden Kritiken hat sich der Streamingdienst Netflix, der «Roma» produziert hat, erstmals dazu entschieden, einen Film in ausgewählten Schweizer Kinos zu zeigen. Und auch für uns ist klar: Die behutsame Inszenierung, die bestechenden, wunderschön-durchkomponierten Schwarz-Weiss-Bilder und das gewaltige Sounddesign gehören ins Kino.

     

    Venedig: Goldener Löwe

    Golden Globes: Beste Regie, Bester nicht-englischsprachiger Film

    10 Oscar-Nominationen

     

     

    15.-
    Reservaziun:

    Mexico City, Stadtteil Roma, Anfang der 70er-Jahre: Cleo arbeitet als Hausmädchen bei einer Mittelstandsfamilie. Sie kocht, sie putzt und sie kümmert sich aufopferungsvoll um die vier Kinder des Haushalts - und plötzlich auch um deren Mutter, die soeben vom Ehemann verlassen wurde. Während vor der Haustüre Krawalle zwischen Studenten und Regierungsmilizen eskalieren, wird Cleo zum Teil der Familie. Doch als sie selbst schwanger wird, ist sie mit der Aussicht konfrontiert, ihr Kind ebenfalls als alleinstehende Mutter grossziehen zu müssen.

    Regisseur Alfonso Cuarón («Children of Men», «Gravity») erzählt mit «Roma» seine eigene Kindheitsgeschichte und verwebt diese meisterlich mit der Geschichte Mexikos zu einem berührenden Drama, versehen mit absurd-amüsanten Momenten. Nach dem Goldenen Löwen am Filmfestival von Venedig und überwältigenden Kritiken hat sich der Streamingdienst Netflix, der «Roma» produziert hat, erstmals dazu entschieden, einen Film in ausgewählten Schweizer Kinos zu zeigen. Und auch für uns ist klar: Die behutsame Inszenierung, die bestechenden, wunderschön-durchkomponierten Schwarz-Weiss-Bilder und das gewaltige Sounddesign gehören ins Kino.

     

    Venedig: Goldener Löwe

    Golden Globes: Beste Regie, Bester nicht-englischsprachiger Film

    10 Oscar-Nominationen

     

     

    Mi |27|20:15| CINEMA

    Vice

    Adam McKay, USA 2018, 132', E/d/f,

    Der zweite Mann

    Es ist eine schier unglaubliche Geschichte, wie ein unscheinbarer Washington-Insider still und leise zum einflussreichsten Mann wurde - als Vize-Präsident von George W. Bush. Acht Jahre zog Dick Cheney die Fäden unter Bush und beeinflusste reihenweise Regierungsentscheidungen massgeblich mit. Sein Weg vom CEO eines Grossunternehmens zur Nummer 2 und sein politisches Vermächtnis wurden nun filmisch aufbereitet - mit einem Christian Bale in gewohnter Höchstform.

    15.-
    Reservaziun:

    Es ist eine schier unglaubliche Geschichte, wie ein unscheinbarer Washington-Insider still und leise zum einflussreichsten Mann wurde - als Vize-Präsident von George W. Bush. Acht Jahre zog Dick Cheney die Fäden unter Bush und beeinflusste reihenweise Regierungsentscheidungen massgeblich mit. Sein Weg vom CEO eines Grossunternehmens zur Nummer 2 und sein politisches Vermächtnis wurden nun filmisch aufbereitet - mit einem Christian Bale in gewohnter Höchstform.

    Do |28|13:45| CINEMA__SENIORS

    Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes

    Wim Wenders, Vatikan 2018, 96', D,

    Die Welt braucht Hoffnung

    In PAPST FRANZISKUS – EIN MANN SEINES WORTES begleitet Wim Wenders das Publikum auf einer persönlichen Reise mit Papst Franziskus. Im Zentrum dieses Porträts stehen die Gedanken des Papstes, alle ihm wichtigen Themen, aktuelle Fragen zu globalen Herausforderungen und sein Reformbestreben innerhalb der Kirche.

    Das visuelle Konzept des Filmes lässt den Zuschauer mit dem Papst von Angesicht zu Angesicht sein. Ein Gespräch zwischen ihm und – im wahrsten Sinne – der Welt entsteht. Papst Franziskus teilt seine Vision einer Kirche, die von tiefer Sorge um die Armen geprägt ist, spricht über Umweltfragen, soziale Gerechtigkeit und sein Engagement für Frieden an den Kriegsschauplätzen dieser Welt und zwischen den Weltreligionen.

     

    Reservation: nick.jo@bluewin.ch oder 079 632 29 44

     

    10.-
    Reservaziun:

    In PAPST FRANZISKUS – EIN MANN SEINES WORTES begleitet Wim Wenders das Publikum auf einer persönlichen Reise mit Papst Franziskus. Im Zentrum dieses Porträts stehen die Gedanken des Papstes, alle ihm wichtigen Themen, aktuelle Fragen zu globalen Herausforderungen und sein Reformbestreben innerhalb der Kirche.

    Das visuelle Konzept des Filmes lässt den Zuschauer mit dem Papst von Angesicht zu Angesicht sein. Ein Gespräch zwischen ihm und – im wahrsten Sinne – der Welt entsteht. Papst Franziskus teilt seine Vision einer Kirche, die von tiefer Sorge um die Armen geprägt ist, spricht über Umweltfragen, soziale Gerechtigkeit und sein Engagement für Frieden an den Kriegsschauplätzen dieser Welt und zwischen den Weltreligionen.

     

    Reservation: nick.jo@bluewin.ch oder 079 632 29 44

     

    Do |28|16:15| CINEMA__SENIORS

    Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes

    Wim Wenders, Vatikan 2018, 96', D,

    Die Welt braucht Hoffnung

    Die Vorstellung um 16:15 Uhr findet bei genügend Reservationen statt!

    In PAPST FRANZISKUS – EIN MANN SEINES WORTES begleitet Wim Wenders das Publikum auf einer persönlichen Reise mit Papst Franziskus. Im Zentrum dieses Porträts stehen die Gedanken des Papstes, alle ihm wichtigen Themen, aktuelle Fragen zu globalen Herausforderungen und sein Reformbestreben innerhalb der Kirche.

    Das visuelle Konzept des Filmes lässt den Zuschauer mit dem Papst von Angesicht zu Angesicht sein. Ein Gespräch zwischen ihm und – im wahrsten Sinne – der Welt entsteht. Papst Franziskus teilt seine Vision einer Kirche, die von tiefer Sorge um die Armen geprägt ist, spricht über Umweltfragen, soziale Gerechtigkeit und sein Engagement für Frieden an den Kriegsschauplätzen dieser Welt und zwischen den Weltreligionen.

     

    Reservation: nick.jo@bluewin.ch oder 079 632 29 44

     

    10.-
    Reservaziun:

    In PAPST FRANZISKUS – EIN MANN SEINES WORTES begleitet Wim Wenders das Publikum auf einer persönlichen Reise mit Papst Franziskus. Im Zentrum dieses Porträts stehen die Gedanken des Papstes, alle ihm wichtigen Themen, aktuelle Fragen zu globalen Herausforderungen und sein Reformbestreben innerhalb der Kirche.

    Das visuelle Konzept des Filmes lässt den Zuschauer mit dem Papst von Angesicht zu Angesicht sein. Ein Gespräch zwischen ihm und – im wahrsten Sinne – der Welt entsteht. Papst Franziskus teilt seine Vision einer Kirche, die von tiefer Sorge um die Armen geprägt ist, spricht über Umweltfragen, soziale Gerechtigkeit und sein Engagement für Frieden an den Kriegsschauplätzen dieser Welt und zwischen den Weltreligionen.

     

    Reservation: nick.jo@bluewin.ch oder 079 632 29 44

     

    Do |28|20:15| CINEMA

    Roma

    Alfonso Cuarón, Mexiko 2018, 135', OV/d,

    Venedig 2018: Goldener Löwe

    Mexico City, Stadtteil Roma, Anfang der 70er-Jahre: Cleo arbeitet als Hausmädchen bei einer Mittelstandsfamilie. Sie kocht, sie putzt und sie kümmert sich aufopferungsvoll um die vier Kinder des Haushalts - und plötzlich auch um deren Mutter, die soeben vom Ehemann verlassen wurde. Während vor der Haustüre Krawalle zwischen Studenten und Regierungsmilizen eskalieren, wird Cleo zum Teil der Familie. Doch als sie selbst schwanger wird, ist sie mit der Aussicht konfrontiert, ihr Kind ebenfalls als alleinstehende Mutter grossziehen zu müssen.

    Regisseur Alfonso Cuarón («Children of Men», «Gravity») erzählt mit «Roma» seine eigene Kindheitsgeschichte und verwebt diese meisterlich mit der Geschichte Mexikos zu einem berührenden Drama, versehen mit absurd-amüsanten Momenten. Nach dem Goldenen Löwen am Filmfestival von Venedig und überwältigenden Kritiken hat sich der Streamingdienst Netflix, der «Roma» produziert hat, erstmals dazu entschieden, einen Film in ausgewählten Schweizer Kinos zu zeigen. Und auch für uns ist klar: Die behutsame Inszenierung, die bestechenden, wunderschön-durchkomponierten Schwarz-Weiss-Bilder und das gewaltige Sounddesign gehören ins Kino.

     

    Venedig: Goldener Löwe

    Golden Globes: Beste Regie, Bester nicht-englischsprachiger Film

    10 Oscar-Nominationen

     

     

    15.-
    Reservaziun:

    Mexico City, Stadtteil Roma, Anfang der 70er-Jahre: Cleo arbeitet als Hausmädchen bei einer Mittelstandsfamilie. Sie kocht, sie putzt und sie kümmert sich aufopferungsvoll um die vier Kinder des Haushalts - und plötzlich auch um deren Mutter, die soeben vom Ehemann verlassen wurde. Während vor der Haustüre Krawalle zwischen Studenten und Regierungsmilizen eskalieren, wird Cleo zum Teil der Familie. Doch als sie selbst schwanger wird, ist sie mit der Aussicht konfrontiert, ihr Kind ebenfalls als alleinstehende Mutter grossziehen zu müssen.

    Regisseur Alfonso Cuarón («Children of Men», «Gravity») erzählt mit «Roma» seine eigene Kindheitsgeschichte und verwebt diese meisterlich mit der Geschichte Mexikos zu einem berührenden Drama, versehen mit absurd-amüsanten Momenten. Nach dem Goldenen Löwen am Filmfestival von Venedig und überwältigenden Kritiken hat sich der Streamingdienst Netflix, der «Roma» produziert hat, erstmals dazu entschieden, einen Film in ausgewählten Schweizer Kinos zu zeigen. Und auch für uns ist klar: Die behutsame Inszenierung, die bestechenden, wunderschön-durchkomponierten Schwarz-Weiss-Bilder und das gewaltige Sounddesign gehören ins Kino.

     

    Venedig: Goldener Löwe

    Golden Globes: Beste Regie, Bester nicht-englischsprachiger Film

    10 Oscar-Nominationen

     

     

    Fr |29|21:00| TRIBUNA

    James Gruntz TRIO

    James Gruntz macht aufs Neue von sich hören — diesmal im Trio. Nach einer erfolgreichen Bandtournee mit dem aktuellen Album «Waves» folgen nun ein paar handverlesene Konzerte in reduzierter Formation. James Gruntz wird erstmals auch als Taktgeber am Schlagzeug zu sehen sein und gleichzeitig die Rolle des Leadsängers übernehmen. Tritt er auf die Bühne, dann als der, der er war — und der, der er geworden ist. James Gruntz — als Songwriter und Musiker und nicht zuletzt Charakterstimme — wiedererkennbar, aber weitergekommen mit dem ihm eben eigenen Sound. Damit zeigt er deutlich auf: wie viel mehr noch geht, dass sein Sound nicht stillsteht und sich nicht erschöpft in dem, was war. Nachdem er bereits mit »Belvedere«, zwei Swiss Music Awards empfangen durfte, eroberte James Gruntz mit dem Song „You“ ab dem aktuellen Werk wiederum die Herzen im Flug.

    30.-
    Reservaziun:

    James Gruntz macht aufs Neue von sich hören — diesmal im Trio. Nach einer erfolgreichen Bandtournee mit dem aktuellen Album «Waves» folgen nun ein paar handverlesene Konzerte in reduzierter Formation. James Gruntz wird erstmals auch als Taktgeber am Schlagzeug zu sehen sein und gleichzeitig die Rolle des Leadsängers übernehmen. Tritt er auf die Bühne, dann als der, der er war — und der, der er geworden ist. James Gruntz — als Songwriter und Musiker und nicht zuletzt Charakterstimme — wiedererkennbar, aber weitergekommen mit dem ihm eben eigenen Sound. Damit zeigt er deutlich auf: wie viel mehr noch geht, dass sein Sound nicht stillsteht und sich nicht erschöpft in dem, was war. Nachdem er bereits mit »Belvedere«, zwei Swiss Music Awards empfangen durfte, eroberte James Gruntz mit dem Song „You“ ab dem aktuellen Werk wiederum die Herzen im Flug.

    Sa |30|20:15| CINEMA

    Zwingli

    Stefan Haupt, Schweiz 2018, 130', Schweizerdeutsch,

    Revolutionäre Gedanken

    Zürich im Jahr 1519. Die junge Witwe Anna Reinhart lebt ein karges Leben zwischen Furcht vor der Kirche und Sorgen um die Zukunft ihrer drei Kinder, als die Ankunft eines Mannes in der Stadt für Aufruhr sorgt: Der junge Priester Huldrych Zwingli tritt seine neue Stelle am Zürcher Grossmünster an und entfacht mit seinen Predigten gegen die Missstände der Katholischen Kirche heftige Diskussionen. Zwinglis revolutionäre Gedanken machen Anna Angst. Als sie aber beobachtet, wie Zwingli Nächstenliebe lebt und nicht nur predigt, gerät sie mehr und mehr in seinen Bann. Doch Zwinglis Erfolg wird rasch gefährlich. Seine Ideen lösen beinahe einen Bürgerkrieg aus, und gleichzeitig entbrennt im inneren Zirkel der Bewegung ein Kampf um Macht und Deutungshoheit. Als sich die katholischen Kräfte international zu formieren beginnen, wird die Beziehung von Zwingli und Anna auf eine harte Probe gestellt ...

    15.-
    Reservaziun:

    Zürich im Jahr 1519. Die junge Witwe Anna Reinhart lebt ein karges Leben zwischen Furcht vor der Kirche und Sorgen um die Zukunft ihrer drei Kinder, als die Ankunft eines Mannes in der Stadt für Aufruhr sorgt: Der junge Priester Huldrych Zwingli tritt seine neue Stelle am Zürcher Grossmünster an und entfacht mit seinen Predigten gegen die Missstände der Katholischen Kirche heftige Diskussionen. Zwinglis revolutionäre Gedanken machen Anna Angst. Als sie aber beobachtet, wie Zwingli Nächstenliebe lebt und nicht nur predigt, gerät sie mehr und mehr in seinen Bann. Doch Zwinglis Erfolg wird rasch gefährlich. Seine Ideen lösen beinahe einen Bürgerkrieg aus, und gleichzeitig entbrennt im inneren Zirkel der Bewegung ein Kampf um Macht und Deutungshoheit. Als sich die katholischen Kräfte international zu formieren beginnen, wird die Beziehung von Zwingli und Anna auf eine harte Probe gestellt ...

  • avrel / april

    Sa |20|20:15| CINEMA_CORIN_INVIT

    Dene wo’s gute geit

    Cyril Schäublin, Schweiz 2017, 71', Schweizerdeutsch,

    Der Film zeigt die ganze Absurdität der digitalen Entfremdung

    Corin Curschellas im Gespräch mit dem Kameramann des Films: Silvan Hillmann

    Alice arbeitet in einem Callcenter in der Peripherie von Zürich. Sie verkauft Internet und Krankenkassenangebote an Unbekannte am anderen Ende der Leitung. Nach der Arbeit geht sie durch die Stadt, in welcher alles reibungslos zu funktionieren scheint. Inspiriert von ihrem Job ruft sie alleinstehende Grossmütter an und täuscht ihnen vor, sie sei ihre Enkelin in Geldnot. Während sie mit diesem Trick schnell ein Vermögen verdient, erkundet der Film Orte und Menschen in Zürich, welche alle auf seltsame Weise mit der Tat von Alice in Verbindung stehen.

    15.-

    Alice arbeitet in einem Callcenter in der Peripherie von Zürich. Sie verkauft Internet und Krankenkassenangebote an Unbekannte am anderen Ende der Leitung. Nach der Arbeit geht sie durch die Stadt, in welcher alles reibungslos zu funktionieren scheint. Inspiriert von ihrem Job ruft sie alleinstehende Grossmütter an und täuscht ihnen vor, sie sei ihre Enkelin in Geldnot. Während sie mit diesem Trick schnell ein Vermögen verdient, erkundet der Film Orte und Menschen in Zürich, welche alle auf seltsame Weise mit der Tat von Alice in Verbindung stehen.

    Fr |26|21:30| TRIBUNA

    Me + Marie

    Melancholisch, ungezähmt, sensibel, rau, manchmal brutal

    Die Kunst von Me + Marie ist das Brückenschlagen. Zwischen Epizentrum und Peripherie, Skizze und Hymne, Rausch und Romantik. Zwischen Zustimmung und Widerspruch.

    “Double Purpose” erzählt von der unauflösbaren Verschränktheit der Dinge. Davon, dass es das Eine nicht ohne das Andere gibt: keine Besinnlichkeit ohne Chaos, keine Romantik ohne die Lust an Zerstörung. Keine ausschweifende Fantasie ohne die gemeine wirkliche Welt, die notorisch schwingt zwischen Langeweile und Ekstase wie die Atomuhr der Zweisamkeit. Der Song “Double Purpose” bringt die Geschichte des Albums auf den Punkt. Er war der erste Song der nach dem Vorgänger-Album geschrieben wurde und der letzte der gerade noch auf die Platte kam, nachdem er vorher wieder und wieder eingespielt und verworfen wurde.

    “Man muss den Dingen Zeit geben. Das ist schwer zu erklären. In Wirklichkeit schreiben sich die Songs selbst, wir als Band sind nur das Instrument.” (Roland Scandella) Nach zwei Wochen Recording-Session in den Bergen schlug das Pendel plötzlich um. Sie hatten geschrieben und komponiert, ohne Pause durch die Nacht und den Tag. Dann wollte nichts mehr vorwärts gehen, nichts machte mehr Sinn. Maria de Val und Roland Scandella sassen sich einen Vormittag schweigend gegenüber. Roland packte den Rucksack und stieg in die Gipfel. Als er am nächsten Abend zurückkam, erwartete Maria ihn mit dem Ausweg: sie mussten mit ihrer Musik durch diese Leere hindurch. Auf die andere Seite der Sinnlosigkeit, der hoffnungslosen Schwere. Sie mussten das Pendel zurückschwingen lassen.

    In Koblenz vollzogen Me + Marie mit Kurt Ebelhäuser (Blackmail) die Metamorphose ihrer Songskizzen. Jeder Ton, jede Zeile, jeder Sound wurde zu dritt stoisch zerlegt und wieder in die Songs verstrickt. Einen Monat lang schraubten sie die Demos zu mächtigen Hymnen, in denen sich Courtney Barnett und PJ Harvey kichernd die Hand geben, in denen Grunge-Ikone Eddie Vedder den Italo-Western-Magier Ennio Morricone beim Trampen mitnimmt.

    “Double Purpose” betont das “Und” anstatt das “Oder”. “Sad Song To Dance” ist passenderweise der erste Song des Albums. Er verbindet erst Lethargie und Ekstase und dann Grunge und Italo-Western. Dieser Plan klingt unmöglich, aber Me + Marie gelingt der Spagat ohne grosses Klimbim: Schwere Gitarren und flockige Drums, düstere Themen und hymnische Melodien, poppige Hooks und cineastische Passagen. Die Songs entfalten so einen Sog, tragen die Hörer durch magische Szenerien und legen sich dabei wie ein Kokon um den Körper. Man hat Begegnungen der dritten Art im Morgengrauen an einem Waldsee (“Still Water”) und schleicht als zynischer Zweifler durch ein Bankenviertel (“Children Of Money”). Man zappt durch das Unterbewusstsein von MTV in den 90ern (“Shine Out Loud”) und verfolgt Maria und Roland im Helikopter-Modus durch dystopische Wüstenlandschaften (“The Only Ones”).

    Und plötzlich erwacht man im Video von “November Rain” und Roland Scandella steht im Wüstensturm, mit offenem Hemd und Kippe im Mundwinkel. Und Maria de Val sitzt in der weissen Kapelle anstelle von Axl Rose am Flügel. Oder umgekehrt? Maria grinsend in Lederjacke mit der Gitarre auf Kniehöhe und Roland im Brautkleid am Flügel? Die Ebenen verschwimmen so schnell, dass man sich erschrocken die Kopfhörer von den Ohren reisst. Hat man das am Ende gesehen und geträumt? Ennio Morricone und Slash? Sehnsüchtige Waldesruh und versoffener Anarchismus? Pathos und Lässigkeit?

    “Wir sind nicht cool. Wir spielen nur zufällig in einer Band. Warum wissen wir nicht, aber es fühlt sich gut an. Solange das so ist, machen wir es weiter.“ (Maria de Val)

    Waren diese Grenzgänge nicht schon immer das wirklich Interessante an Popmusik? Und waren die grossen Gefahren nicht schon immer Langeweile und Oberflächlichkeit? Mit einer Mischung aus Grunge-Pop und Italo-Western unternehmen Me + Marie ihren nächsten Ritt entlang der Gletscherspalte. Zwischen #nextbigshit und #nextbigfail. Zwischen Aufstieg und Untergang. Und bestimmt können sie sich nicht entscheiden, welche Richtung ihnen lieber ist.

    30.-
    Reservaziun:

    Die Kunst von Me + Marie ist das Brückenschlagen. Zwischen Epizentrum und Peripherie, Skizze und Hymne, Rausch und Romantik. Zwischen Zustimmung und Widerspruch.

    “Double Purpose” erzählt von der unauflösbaren Verschränktheit der Dinge. Davon, dass es das Eine nicht ohne das Andere gibt: keine Besinnlichkeit ohne Chaos, keine Romantik ohne die Lust an Zerstörung. Keine ausschweifende Fantasie ohne die gemeine wirkliche Welt, die notorisch schwingt zwischen Langeweile und Ekstase wie die Atomuhr der Zweisamkeit. Der Song “Double Purpose” bringt die Geschichte des Albums auf den Punkt. Er war der erste Song der nach dem Vorgänger-Album geschrieben wurde und der letzte der gerade noch auf die Platte kam, nachdem er vorher wieder und wieder eingespielt und verworfen wurde.

    “Man muss den Dingen Zeit geben. Das ist schwer zu erklären. In Wirklichkeit schreiben sich die Songs selbst, wir als Band sind nur das Instrument.” (Roland Scandella) Nach zwei Wochen Recording-Session in den Bergen schlug das Pendel plötzlich um. Sie hatten geschrieben und komponiert, ohne Pause durch die Nacht und den Tag. Dann wollte nichts mehr vorwärts gehen, nichts machte mehr Sinn. Maria de Val und Roland Scandella sassen sich einen Vormittag schweigend gegenüber. Roland packte den Rucksack und stieg in die Gipfel. Als er am nächsten Abend zurückkam, erwartete Maria ihn mit dem Ausweg: sie mussten mit ihrer Musik durch diese Leere hindurch. Auf die andere Seite der Sinnlosigkeit, der hoffnungslosen Schwere. Sie mussten das Pendel zurückschwingen lassen.

    In Koblenz vollzogen Me + Marie mit Kurt Ebelhäuser (Blackmail) die Metamorphose ihrer Songskizzen. Jeder Ton, jede Zeile, jeder Sound wurde zu dritt stoisch zerlegt und wieder in die Songs verstrickt. Einen Monat lang schraubten sie die Demos zu mächtigen Hymnen, in denen sich Courtney Barnett und PJ Harvey kichernd die Hand geben, in denen Grunge-Ikone Eddie Vedder den Italo-Western-Magier Ennio Morricone beim Trampen mitnimmt.

    “Double Purpose” betont das “Und” anstatt das “Oder”. “Sad Song To Dance” ist passenderweise der erste Song des Albums. Er verbindet erst Lethargie und Ekstase und dann Grunge und Italo-Western. Dieser Plan klingt unmöglich, aber Me + Marie gelingt der Spagat ohne grosses Klimbim: Schwere Gitarren und flockige Drums, düstere Themen und hymnische Melodien, poppige Hooks und cineastische Passagen. Die Songs entfalten so einen Sog, tragen die Hörer durch magische Szenerien und legen sich dabei wie ein Kokon um den Körper. Man hat Begegnungen der dritten Art im Morgengrauen an einem Waldsee (“Still Water”) und schleicht als zynischer Zweifler durch ein Bankenviertel (“Children Of Money”). Man zappt durch das Unterbewusstsein von MTV in den 90ern (“Shine Out Loud”) und verfolgt Maria und Roland im Helikopter-Modus durch dystopische Wüstenlandschaften (“The Only Ones”).

    Und plötzlich erwacht man im Video von “November Rain” und Roland Scandella steht im Wüstensturm, mit offenem Hemd und Kippe im Mundwinkel. Und Maria de Val sitzt in der weissen Kapelle anstelle von Axl Rose am Flügel. Oder umgekehrt? Maria grinsend in Lederjacke mit der Gitarre auf Kniehöhe und Roland im Brautkleid am Flügel? Die Ebenen verschwimmen so schnell, dass man sich erschrocken die Kopfhörer von den Ohren reisst. Hat man das am Ende gesehen und geträumt? Ennio Morricone und Slash? Sehnsüchtige Waldesruh und versoffener Anarchismus? Pathos und Lässigkeit?

    “Wir sind nicht cool. Wir spielen nur zufällig in einer Band. Warum wissen wir nicht, aber es fühlt sich gut an. Solange das so ist, machen wir es weiter.“ (Maria de Val)

    Waren diese Grenzgänge nicht schon immer das wirklich Interessante an Popmusik? Und waren die grossen Gefahren nicht schon immer Langeweile und Oberflächlichkeit? Mit einer Mischung aus Grunge-Pop und Italo-Western unternehmen Me + Marie ihren nächsten Ritt entlang der Gletscherspalte. Zwischen #nextbigshit und #nextbigfail. Zwischen Aufstieg und Untergang. Und bestimmt können sie sich nicht entscheiden, welche Richtung ihnen lieber ist.

  • PROXIMAMEIN / DEMNAECHST

    CINEMA

    The Wild Pear Tree

    Nuri Bilge Ceylan, Türkei 2018, 188', OV/d/f,

    Nach Abschluss seines Studiums in Çanakkale kehrt Sinan in seine heimatliche Provinz zurück, entschlossen, hier seinen ersten Roman zu veröffentlichen. Die Finanzierung des Plans erweist sich als kompliziert, auch deshalb, weil der eigene Vater überall Schulden gemacht hat. Nach dem meisterlichen Cannes-Sieger Winter Sleep scheint Nuri Bilge Ceylan noch tiefer vorzudringen in den Zauber des Literarischen im Kino: Ein Genuss.

    Faszination Literaturwerdung

    Immer schon wollte Sinan Schriftsteller werden. Zurück aus Çanakkale in seinem anatolischen Heimatdorf holen ihn die Schulden seines Vaters ein und Fragen, die sich ihm und uns stellen. The Wild Pear Tree, der Titel des neusten Films von Nuri Bilge Ceylan, steht auch für den Titel des ersten Romans, den Sinan verfasst hat. Wir schauen gewissermassen einem Buch in seiner Entstehung zu, ohne dass wir uns dessen bewusst wären. Es wird auch nicht geschrieben, es bildet sich aus und mit dem, was sich da eben gerade abspielt. Man könnte auch sagen: Wir schauen der Literatur beim Literaturwerden zu.

    Sinan wird als Lehrer arbeiten und muss fürchten, in den Osten versetzt zu werden. In der Schule wiein der Kultur hat man es in der Türkei von heute nicht einfach. Freies Denken ist nicht erwünscht und schädlicher als Rauchen. Es könnte Fragen stellen oder sich lustig machen, beides Dinge, die Autokraten nicht mögen. Aber Nuri Bilge Ceylan ist kein Filmemacher, der seine Lebenszeit mit dem Oberflächenhandwerk Politik vergeuden möchte. Seine Filme sind existenzielle, und dadurch werden sie erst recht politisch. Hier visualisiert er wie gewohnt bestechend und dialogisiert in literarischer Grösse. Die Bilder geben der Sprache Raum, im Ton wirkt auch ein Schweigen oder der Hauch des Windes ausdrucksstark. Und wann hat man im Kino zuletzt so abgehoben bei einem Kuss wie hier am Brunnen bei den Bäumen? Einem Ceylan- Film sollte man offen begegnen, dann wünscht man nach drei Stunden, das Schauen und Lauschen mögen noch lange dauern. Der Türke schafft es, uns gar nicht merken zu lassen, dass er am Erzählen ist, während seine Kamera doch nur mal diese oder jene Szene diskret betrachtet. Kein Filmemacher ist heute so nah am Literarischen und gleichzeitig so unaufdringlich stark visuell.

    Walter Ruggle

    15.-

    Nach Abschluss seines Studiums in Çanakkale kehrt Sinan in seine heimatliche Provinz zurück, entschlossen, hier seinen ersten Roman zu veröffentlichen. Die Finanzierung des Plans erweist sich als kompliziert, auch deshalb, weil der eigene Vater überall Schulden gemacht hat. Nach dem meisterlichen Cannes-Sieger Winter Sleep scheint Nuri Bilge Ceylan noch tiefer vorzudringen in den Zauber des Literarischen im Kino: Ein Genuss.

    Faszination Literaturwerdung

    Immer schon wollte Sinan Schriftsteller werden. Zurück aus Çanakkale in seinem anatolischen Heimatdorf holen ihn die Schulden seines Vaters ein und Fragen, die sich ihm und uns stellen. The Wild Pear Tree, der Titel des neusten Films von Nuri Bilge Ceylan, steht auch für den Titel des ersten Romans, den Sinan verfasst hat. Wir schauen gewissermassen einem Buch in seiner Entstehung zu, ohne dass wir uns dessen bewusst wären. Es wird auch nicht geschrieben, es bildet sich aus und mit dem, was sich da eben gerade abspielt. Man könnte auch sagen: Wir schauen der Literatur beim Literaturwerden zu.

    Sinan wird als Lehrer arbeiten und muss fürchten, in den Osten versetzt zu werden. In der Schule wiein der Kultur hat man es in der Türkei von heute nicht einfach. Freies Denken ist nicht erwünscht und schädlicher als Rauchen. Es könnte Fragen stellen oder sich lustig machen, beides Dinge, die Autokraten nicht mögen. Aber Nuri Bilge Ceylan ist kein Filmemacher, der seine Lebenszeit mit dem Oberflächenhandwerk Politik vergeuden möchte. Seine Filme sind existenzielle, und dadurch werden sie erst recht politisch. Hier visualisiert er wie gewohnt bestechend und dialogisiert in literarischer Grösse. Die Bilder geben der Sprache Raum, im Ton wirkt auch ein Schweigen oder der Hauch des Windes ausdrucksstark. Und wann hat man im Kino zuletzt so abgehoben bei einem Kuss wie hier am Brunnen bei den Bäumen? Einem Ceylan- Film sollte man offen begegnen, dann wünscht man nach drei Stunden, das Schauen und Lauschen mögen noch lange dauern. Der Türke schafft es, uns gar nicht merken zu lassen, dass er am Erzählen ist, während seine Kamera doch nur mal diese oder jene Szene diskret betrachtet. Kein Filmemacher ist heute so nah am Literarischen und gleichzeitig so unaufdringlich stark visuell.

    Walter Ruggle

    CINEMA

    Rafiki

    Wanuri Kahiu, Kenia 2018, 82', Ov/d/f,

    Kena und Ziki sind zwei Teenager aus dem kenianischen Nairobi und dicke Freundinnen, obwohl ihre Familien politisch entgegengesetzte Ansichten vertreten. Sie halten zusammen, wollen mehr und verlieben sich ineinander, was sie in ihrer konservativen Gesellschaft in Bedrängnis bringt. Der Spielfilm Rafiki war mit seiner Buntheit und Frische ein Hit beim Publikum am Festival von Cannes, wo er im Programm «Un certain regard» lief.

    Ein frischer Wind aus Kenia

    Rafiki strahlt das aus, was auch die junge Filmemacherin Wanuri Kahiu auszeichnet: Ein gesundes Selbstbewusstsein afrikanischer Jugendlicher, die hier und jetzt für sich einstehen und für ein selbstbestimmtes und fröhliches Leben. Die Kenianerin mag es nicht, dass ihr Kontinent dauernd nur als Opfer und Zone des Leidens vermittelt wird. Und so reist sie um die Welt und macht Filme, erzählt Geschichten, die vor Lebensglauben und Freude nur so sprühen. «Afro-Bubblegum» nennt sie das Konzept, und sie hebt sich erfrischend ab. Am Festival von Cannes war das Publikum hin und weg, und nicht nur dort. Kena und Ziki sind lebensfroh. Sie geniessen den Alltag, kleiden sich gern kunterbunt, die eine knüpft sich auch die Haare in allen Farben. Sie leben ihr Leben, haben ihre Träume und verlieben sich ineinander, obwohl das in Kenia von Gesetzes wegen nicht geht. Sie kümmern sich einen Deut darum und müssen erfahren, dass der Weg länger sein wird, als sie sich das wünschen könnten. Ihre Liebesgeschichte ist ansteckend frisch erzählt.

    Walter Ruggle

    15.-

    Kena und Ziki sind zwei Teenager aus dem kenianischen Nairobi und dicke Freundinnen, obwohl ihre Familien politisch entgegengesetzte Ansichten vertreten. Sie halten zusammen, wollen mehr und verlieben sich ineinander, was sie in ihrer konservativen Gesellschaft in Bedrängnis bringt. Der Spielfilm Rafiki war mit seiner Buntheit und Frische ein Hit beim Publikum am Festival von Cannes, wo er im Programm «Un certain regard» lief.

    Ein frischer Wind aus Kenia

    Rafiki strahlt das aus, was auch die junge Filmemacherin Wanuri Kahiu auszeichnet: Ein gesundes Selbstbewusstsein afrikanischer Jugendlicher, die hier und jetzt für sich einstehen und für ein selbstbestimmtes und fröhliches Leben. Die Kenianerin mag es nicht, dass ihr Kontinent dauernd nur als Opfer und Zone des Leidens vermittelt wird. Und so reist sie um die Welt und macht Filme, erzählt Geschichten, die vor Lebensglauben und Freude nur so sprühen. «Afro-Bubblegum» nennt sie das Konzept, und sie hebt sich erfrischend ab. Am Festival von Cannes war das Publikum hin und weg, und nicht nur dort. Kena und Ziki sind lebensfroh. Sie geniessen den Alltag, kleiden sich gern kunterbunt, die eine knüpft sich auch die Haare in allen Farben. Sie leben ihr Leben, haben ihre Träume und verlieben sich ineinander, obwohl das in Kenia von Gesetzes wegen nicht geht. Sie kümmern sich einen Deut darum und müssen erfahren, dass der Weg länger sein wird, als sie sich das wünschen könnten. Ihre Liebesgeschichte ist ansteckend frisch erzählt.

    Walter Ruggle

    CINEMA

    Le vent tourne

    Bettina Oberli, Schweiz 2018, 87', F/d, 15

    Pauline lebt, wie sie leben möchte: Sie wohnt mit Alex auf einem Hof im Jura, die beiden versorgen sich selbst. Ihre Liebe, ihre Ideale und ihre Arbeit schweissen sie zusammen. Da kommt der Ingenieur Samuel auf den Hof, um eine Windturbine zu installieren. Pauline, die eigentlich glücklich ist mit Alex, fühlt sich zu Samuel und seiner pragmatisch-unbekümmerten Art hingezogen. Ihre so unerwarteten wie tiefen Gefühle wirbeln ihr Liebesleben und ihren Blick auf die Welt durcheinander ...

     

    Bettina Oberli versteht es immer wieder bravourös, das menschliche Wesen zu erkunden. In der ebenso lieblichen wie rauen Jura-Landschaft angesiedelt, erzählt «Le vent tourne» die Geschichte einer Emanzipation und scheut sich dabei nicht, auch universelle und philosophische Fragen anzusprechen.

    15.-

    Pauline lebt, wie sie leben möchte: Sie wohnt mit Alex auf einem Hof im Jura, die beiden versorgen sich selbst. Ihre Liebe, ihre Ideale und ihre Arbeit schweissen sie zusammen. Da kommt der Ingenieur Samuel auf den Hof, um eine Windturbine zu installieren. Pauline, die eigentlich glücklich ist mit Alex, fühlt sich zu Samuel und seiner pragmatisch-unbekümmerten Art hingezogen. Ihre so unerwarteten wie tiefen Gefühle wirbeln ihr Liebesleben und ihren Blick auf die Welt durcheinander ...

     

    Bettina Oberli versteht es immer wieder bravourös, das menschliche Wesen zu erkunden. In der ebenso lieblichen wie rauen Jura-Landschaft angesiedelt, erzählt «Le vent tourne» die Geschichte einer Emanzipation und scheut sich dabei nicht, auch universelle und philosophische Fragen anzusprechen.

    CINEMA

    GRÄNS

    Ali Abbasi, Schweden 2018, 108', OVd/f, 16
    15.-

    CINEMA

    IL MANGIATORE DI PIETRE

    Nicola Bellucci, Schweiz 2018, 109', I/d,
    15.-

    CINEMA_BAR

    Bar

    Mittwoch+Donnertag
    19.00 bis 24:00 Uhr

    Freitag+Samstag
    19.00 bis 2:00 Uhr