Sa |05|12|2015| TRIBUNA

MARIO BATKOVIC

Ein Mann, sein Akkordeon.

BATKOVIC SOLO
Ein Mann, sein Akkordeon, fertig! Batkovic solo, das ist akustische Aktmalerei, aufs Skelett abgespeckte Instrumentals ohne Retuschen und Kosmetik. Der als Rampensau von Rockabilly bis Russendisko erprobte Batkovic kratzt als Ein-Mann-Symphonieorchester jede Nuance aus dem Instrument. Selbst vermeintliche Störgeräusche wie das Klicken der Register integriert er in die Arrangements. Jene klanglichen Narben und Muttermale, die im Studio gewöhnlich ausgemerzt werden. Dank innovativer Aufnahmetechnik hören wir hier alles genauso wie der Musiker selbst. In dieser Intimität entfaltet das „Handörgeli“, das vielleicht uncoolste Instrument diesseits von Bümpliz, die Urgewalt eines Vulkanausbruchs. Und auf dem Krater vollführt Batkovic einen Teufelstanz der radikalen Stimmungswechsel. Die Musik keucht und schnaubt, prügelt uns fette Bässe in den Magen, kitzelt lieblich das Trommelfell und entfaltet in ihrer Dynamik eine cineastische Tiefenwirkung.

 „Solo“ ist ein Gegenentwurf zu den popkulturellen Illusionen der Gegenwart, zur Reizüberflutung des Social-Media-Mainstreams mit seinen Hochglanz-Hampelmännern und Retortenbarbies. Nein, es erfordert weder Mut noch Talent, mit dem von Photoshop-Profis bearbeiteten Arsch vor der Kamera zu wackeln. Im Gegenteil, es wirkt fast schon grotesk – verglichen mit der Intensität des Batkovic’schen Seelenstriptease auf der Tonleiter.

05.12.2015, 20:15

BATKOVIC SOLO
Ein Mann, sein Akkordeon, fertig! Batkovic solo, das ist akustische Aktmalerei, aufs Skelett abgespeckte Instrumentals ohne Retuschen und Kosmetik. Der als Rampensau von Rockabilly bis Russendisko erprobte Batkovic kratzt als Ein-Mann-Symphonieorchester jede Nuance aus dem Instrument. Selbst vermeintliche Störgeräusche wie das Klicken der Register integriert er in die Arrangements. Jene klanglichen Narben und Muttermale, die im Studio gewöhnlich ausgemerzt werden. Dank innovativer Aufnahmetechnik hören wir hier alles genauso wie der Musiker selbst. In dieser Intimität entfaltet das „Handörgeli“, das vielleicht uncoolste Instrument diesseits von Bümpliz, die Urgewalt eines Vulkanausbruchs. Und auf dem Krater vollführt Batkovic einen Teufelstanz der radikalen Stimmungswechsel. Die Musik keucht und schnaubt, prügelt uns fette Bässe in den Magen, kitzelt lieblich das Trommelfell und entfaltet in ihrer Dynamik eine cineastische Tiefenwirkung.

 „Solo“ ist ein Gegenentwurf zu den popkulturellen Illusionen der Gegenwart, zur Reizüberflutung des Social-Media-Mainstreams mit seinen Hochglanz-Hampelmännern und Retortenbarbies. Nein, es erfordert weder Mut noch Talent, mit dem von Photoshop-Profis bearbeiteten Arsch vor der Kamera zu wackeln. Im Gegenteil, es wirkt fast schon grotesk – verglichen mit der Intensität des Batkovic’schen Seelenstriptease auf der Tonleiter.