Sa |19|09|2015| TRIBUNA

ALLES IST GUT

Lubosch Held,

Uraufführung von Stephan Mathys. Mit Patricia Pasquale und René Schnoz, Regie Lubosch Held.

Ein Mann und eine Frau in einer Bar. Sie haben vor vielen Jahren zusammen in einer WG gewohnt und sehen sich zum ersten Mal wieder. Sie reden miteinander. Fragen sich aus. Über das Leben, die  Beziehung, Familie, Arbeit. Die Frau hinterfragt, der Mann findet ‚alles ist gut‘. Er sagt: Im Kern bleibt alles gleich. Sie sagt: Aus Kernen wächst was Neues. Er aber meint, aus einem Apfelkern wächst kein Feigenbaum. 

Bald zeigt sich: Alles nur ein Spiel. Der Mann und die Frau sind ein Paar, lange schon verheiratet, zwei Kinder. Sie tun als ob, um wieder zu finden, was sie verloren haben. Bei Patrick und Carmen, einem befreundeten Pärchen, hat es auch funktioniert, sagt sie.

Paul ist vorsichtshalber Pessimist, damit ihn die Wirklichkeit positiv überraschen kann. Julia will an der Beziehung arbeiten. Sie möchte, dass er sich ändert. Er möchte, dass alles bleibt, wie es ist.  Die Socken liegen am Boden (das Gesetz der Schwerkraft) und nicht nur die Flatulenz sorgt für dicke Luft.     

Alles ist gut – ist ein Spiel zwischen Mann und Frau, die vom Alltag aufgerieben wurden, sich verirrten, und trotz allem wieder den Weg zueinander suchen. Sie spielen ein Rollenspiel, um ihre Ehe zu retten.

Der ewige Geschlechterkampf zeigt sich exemplarisch bei ihrem Experiment: Klischees werden bedient, Territorien abgesteckt. Verstärkt durch Emanzipation, Arbeitsteilung und Selbstverwirklichungswunsch der beiden stellt sich die Frage, ob ihre Ehe noch eine Zukunft hat. 

‚Alles ist gut‘ hat aber auch etwas Komödiantisches. Sich wiedererkennen, gemeinsam darüber lachen, kann befreiend wirken. Insofern ist das Stück auch ein wenig Paartherapie mit Humor. 

Auf der Bühne stehen Patricia Pasquale und René Schnoz. Sie sind auch privat ein Paar. Die Höhen und Tiefen einer Beziehung sind ihnen bestens bekannt.  

Als Regisseur ist Lubosch Held aus Zürich mit an Boot. Auch er erprobter Familienvater und Ehemann. 

Mit Schnoz hat er schon manches Theater gehabt (Oblomov, Meschugge, Danil Charms Abend), auch sie beide sind ein eingespieltes Team. 

"Man schaut Paul und Julia gerne zu. Sie flirten, provozieren, streiten, sind verletztend, entschuldigen sich, rechnen auf, versöhnen sich. Und dann alles wieder von vorn. Es fesselt, weil man sich mit den Protagonisten identifiziert und weil Pasquale und Schnoz in ihren Rollen überzeugen."
Bündner Tagblatt

19.09.2015, 20:15

Ein Mann und eine Frau in einer Bar. Sie haben vor vielen Jahren zusammen in einer WG gewohnt und sehen sich zum ersten Mal wieder. Sie reden miteinander. Fragen sich aus. Über das Leben, die  Beziehung, Familie, Arbeit. Die Frau hinterfragt, der Mann findet ‚alles ist gut‘. Er sagt: Im Kern bleibt alles gleich. Sie sagt: Aus Kernen wächst was Neues. Er aber meint, aus einem Apfelkern wächst kein Feigenbaum. 

Bald zeigt sich: Alles nur ein Spiel. Der Mann und die Frau sind ein Paar, lange schon verheiratet, zwei Kinder. Sie tun als ob, um wieder zu finden, was sie verloren haben. Bei Patrick und Carmen, einem befreundeten Pärchen, hat es auch funktioniert, sagt sie.

Paul ist vorsichtshalber Pessimist, damit ihn die Wirklichkeit positiv überraschen kann. Julia will an der Beziehung arbeiten. Sie möchte, dass er sich ändert. Er möchte, dass alles bleibt, wie es ist.  Die Socken liegen am Boden (das Gesetz der Schwerkraft) und nicht nur die Flatulenz sorgt für dicke Luft.     

Alles ist gut – ist ein Spiel zwischen Mann und Frau, die vom Alltag aufgerieben wurden, sich verirrten, und trotz allem wieder den Weg zueinander suchen. Sie spielen ein Rollenspiel, um ihre Ehe zu retten.

Der ewige Geschlechterkampf zeigt sich exemplarisch bei ihrem Experiment: Klischees werden bedient, Territorien abgesteckt. Verstärkt durch Emanzipation, Arbeitsteilung und Selbstverwirklichungswunsch der beiden stellt sich die Frage, ob ihre Ehe noch eine Zukunft hat. 

‚Alles ist gut‘ hat aber auch etwas Komödiantisches. Sich wiedererkennen, gemeinsam darüber lachen, kann befreiend wirken. Insofern ist das Stück auch ein wenig Paartherapie mit Humor. 

Auf der Bühne stehen Patricia Pasquale und René Schnoz. Sie sind auch privat ein Paar. Die Höhen und Tiefen einer Beziehung sind ihnen bestens bekannt.  

Als Regisseur ist Lubosch Held aus Zürich mit an Boot. Auch er erprobter Familienvater und Ehemann. 

Mit Schnoz hat er schon manches Theater gehabt (Oblomov, Meschugge, Danil Charms Abend), auch sie beide sind ein eingespieltes Team. 

"Man schaut Paul und Julia gerne zu. Sie flirten, provozieren, streiten, sind verletztend, entschuldigen sich, rechnen auf, versöhnen sich. Und dann alles wieder von vorn. Es fesselt, weil man sich mit den Protagonisten identifiziert und weil Pasquale und Schnoz in ihren Rollen überzeugen."
Bündner Tagblatt